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Ortsverband
Weiten
Bei
der Gründungsversammlung am 17. Juni 1956 im Gh. Geierhorst
(Gruber) wurde der Ortsverband Weiten und Umgebung des
Österreichischen Kameradschaftsbundes, Landesverband NÖ,
unter Vorsitz des geschf. Präsidenten Josef Bauer vorgenommen.
Gründungsmitglieder waren 120 Kriegsteilnehmer des Zweiten und
auch des Ersten Weltkrieges, welche zum Teil sechs Jahre im
Kriegsdienst und manche ebensolange in Gefangenschaft verbracht
hatten.
Bei dieser Gründungsversammlung wurden nach den Statuten folgende
Funktionäre gewählt und angelobt:
Obmann Rudolf Schrabauer
Obmann-Stellvertreter: Johann Jindra
Schriftführer: Friedrich Domeyer
Schriftführer-Stellvertreter: Johann Ochsenbauer
Kassier: Karl Knapp
Kassier-Stellvertreter: Franz Bleicher
Im Jahre 1957 war es die erste Aufgabe, zum Gedenken an unsere
Kriegskameraden, die in den beiden Weltkriegen gefallen waren bzw.
vermißt sind, an würdiger Stelle eine gut sichtbare
Ehrentafel anzubringen. Der Platz wurde an der Südseite unserer
Pfarrkirche am Kirchenplatz gefunden. Dieses Denkmal wurde durch
Spenden von der Bevölkerung unserer Region finanziert und am 7.
Juli 1957 feierlich gesegnet.
Bereits
am 3. August 1958 wurde die Vereinsfahne des Ortsverbandes gesegnet.
Sie wurde von den Fahnenpatinnen Adelheid und Julia Bleicher sowie
von den Kameraden finanziert und vor dem Kriegerdenkmal feierlich
übergeben.
Dank
der spendenfreudigen Bevölkerung, die uns alljährlich beim
traditionellen Kameradschaftsball so tatkräftig unterstützt
hat, konnten wir in den Jahren 1989 bis 1998 bereits Spenden in der
stattlichen Höhe von 120.000 Schilling übergeben, und zwar:
Krankenhaus Melk, Kriegerdenkmal und Fahnenmast in Heiligenblut,
Caritas-Tagesheim für Behinderte in Braunegg, Kinderheim
Loosdorf, Freiwillige Feuerwehr Weiten, SV Weiten (Sektion Fußball),
Hochwasserspende, Weihnachtsspende, Nachbar in Not, Orgelspende und
sonstige Spenden.
Zur
Zeit hat der Ortsverband einen Stand von 70 Mitgliedern. Betrieben
und großgeschrieben werden die Kameradschaftspflege, die
Teilnahme an kirchlichen und weltlichen Feiern.
Abschließend
ein großer Wunsch: ,,Wir wurden gerufen, wir haben unsere
Pflicht getan. Wir hoffen, dass dieser Ruf niemals wieder an kommende
Generationen gerichtet wird.”
Friedrich
DraxlerDer
Ortsname Nasting lautet im Jahre 1430 Neßting. Bedeutung:
Nachkommen des Nasco, gehört also zu den patronymischen
Ortsnamen, die noch in das
9.
Jahrhundert reichen.
Der
Ort Nasting ist ein Weiler mit fünf Häusern, welcher
westlich vom Hauptort Weiten an der Landesstraße Richtung
Seiterndorf liegt.
Im
landwirtschaftlichen Anwesen Nasting 1 besteht der Name Göls
bereits seit 1816. Der ,,Kalkofen” unweit vom Spielerkreuz war
eine Kalkbrennerei, welche von der Familie Göls über drei
Generationen genutzt wurde. Das verwendete Kalkgestein stammte aus
den beiden hauseigenen Steinbrüchen. Mitte des 20. Jahrhunderts
wurde, zumindest in der wärmeren Jahreszeit, fast jede Woche
gebrannt; für ein einziges ,,Abbrennen” wurden ca. 8
Raummeter Holz verbraucht. Der so entstandene Branntkalk war von sehr
guter Qualität und wurde in den umliegenden Ortschaften und
Pfarren verkauft. Im Jahre 1955 verstarb der letzte Kalkbrenner in
der Familie und die Brennerei wurde bald darauf von den Nachfahren
eingestellt.
Vor
einigen Generationen wurde in Nasting auch Grafit abgebaut und zur
weiteren Verarbeitung abtransportiert. Genauere Aufzeichnungen
darüber bestehen allerdings nicht.
Im
Hause Gerstbauer (heute Hajni) in Nasting 5 gab es eine Leinen-,
später eine Fleckerlweberei. Der Webstuhl, an welchem sich die
Familie Gerstbauer ihr karges Brot verdiente, war aus dem Jahre 1843.
Bevor
die moderne Technik in Nasting Einzug hielt, gab es beim Hause
Mistelbauer ein Windrad, welches aus der Gegend von Mank stammte und
Wasser aus dem 24 Meter tiefen Brunnen in ein Reservoir pumpte. Im
Jahre 1957 wurde die Ortschaft an das Stromnetz angeschlossen und
erhielt damit auch elektrische Wasserpumpen.
Mit
dem Vorbeiführen des Abwasserkanals von Seiterndorf zur
Hauptkläranlage nach Weiten wird das Ortsgebiet von Nasting in
nächster Zeit auch an das öffentliche Kanalnetz
angeschlossen.
Erna
Hajni
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