Nasting

Der Ortsname Nasting lautet im Jahre 1430 Neßting. Bedeutung: Nachkommen des Nasco, gehört also zu den patronymischen Ortsnamen, die noch in das

9. Jahrhundert reichen.

Der Ort Nasting ist ein Weiler mit fünf Häusern, welcher westlich vom Hauptort Weiten an der Landesstraße Richtung Seiterndorf liegt.

Im landwirtschaftlichen Anwesen Nasting 1 besteht der Name Göls bereits seit 1816. Der ,,Kalkofen” unweit vom Spielerkreuz war eine Kalkbrennerei, welche von der Familie Göls über drei Generationen genutzt wurde. Das verwendete Kalkgestein stammte aus den beiden hauseigenen Steinbrüchen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde, zumindest in der wärmeren Jahreszeit, fast jede Woche gebrannt; für ein einziges ,,Abbrennen” wurden ca. 8 Raummeter Holz verbraucht. Der so entstandene Branntkalk war von sehr guter Qualität und wurde in den umliegenden Ortschaften und Pfarren verkauft. Im Jahre 1955 verstarb der letzte Kalkbrenner in der Familie und die Brennerei wurde bald darauf von den Nachfahren eingestellt.

Vor einigen Generationen wurde in Nasting auch Grafit abgebaut und zur weiteren Verarbeitung abtransportiert. Genauere Aufzeichnungen darüber bestehen allerdings nicht.

Im Hause Gerstbauer (heute Hajni) in Nasting 5 gab es eine Leinen-, später eine Fleckerlweberei. Der Webstuhl, an welchem sich die Familie Gerstbauer ihr karges Brot verdiente, war aus dem Jahre 1843.

Bevor die moderne Technik in Nasting Einzug hielt, gab es beim Hause Mistelbauer ein Windrad, welches aus der Gegend von Mank stammte und Wasser aus dem 24 Meter tiefen Brunnen in ein Reservoir pumpte. Im Jahre 1957 wurde die Ortschaft an das Stromnetz angeschlossen und erhielt damit auch elektrische Wasserpumpen.

Mit dem Vorbeiführen des Abwasserkanals von Seiterndorf zur Hauptkläranlage nach Weiten wird das Ortsgebiet von Nasting in nächster Zeit auch an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen.

Erna Hajni


Impressum | 2006 Gemeinde Weiten