Mörenz

Der Ort Mörenz liegt südlich von Weiten an einem Zufluss des Weitenbaches in 420 m Seehöhe. Hergeleitet als ein Bachname, begründet sich Mörenz aus ,,Moerentz” (1310) und bedeutet die ,,Mohrige” oder ,,Schwärzliche”.

Um 1310 hatte das Domkapitel von Freising in Mörenz Besitzungen, wovon Teile der Gründe am Gaisberg im Jahre 1467 von Katharina vom Galsenberg an die Pfarrkirche zu Weiten übergeben wurden.

Vier Bauernhäuser aus Mörenz mussten auf diesen Besitzungen Dienste leisten. Bis ins 18. Jahrhundert existierten acht Anwesen, von denen heute nur mehr sieben übrig sind. Es gab auch eine kleine Mühle ca. 300 m unterhalb des Dorfes und eine Hirtenhütte am unteren Ortsende. Weiters gab es auch drei Dörrhäuser, wo Zwetschken und Birnen zur sogenannten ,,Kletzen” gedörrt wurden.

Seit jeher lebten die Bewohner von Mörenz von der Rinder- und Schweinezucht und heute ausschließlich von der Milchwirtschaft (derzeit rd. 100 Milchkühe). Weinbau wurde vom 13. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts betrieben. Dies bezeugen einige Flaschen Wein, die sich noch heute im Stift Göttweig befinden. Zudem gilt als lebender Beweis ein wild wachsender Weinstock in den ,,Stranzen” und ein zur damaligen Bewachung der Weinstöcke dienendes Hirtenloch im ,,Himmelreich”.

Bis zum Jahre 1960 wurden alle sieben landwirtschaftlichen Betriebe im Vollerwerb geführt, heute betreiben fünf Häuser Landwirtschaft und nur mehr drei davon im Vollerwerb.

Insgesamt verfügt die Katastralgemeinde Mörenz über 177 ha Fläche in einer Seehöhe zwischen 400 und 502 m. Anteilsmäßig sind 55% Wald, 28% Äcker, 14% Wiesen, 2% öffentliche Verkehrsflächen und 1% verbaute Fläche.

Von der frommen Witwe Anna Stockinger, Bäuerin auf Hof Nr. 5, wurde im Jahre 1846 eine 50 Pfund schwere Glocke mit dem Namen ,,Michael” gespendet. Diese Glocke ruft auch heute noch zum Gebet.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ einen invaliden Dorfbewohner, ein zweiter blieb vermisst. Am 8. Mai 1945, um ca. 9 Uhr, wurde am ,,Kogelfeld” (Parz. 113) ein deutsches Flugzeug (Hubschrauber) von zwei russischen Jagdflugzeugen abgeschossen. Die zwei darin befindlichen deutschen Offiziere wurden am Friedhof in Weiten beigesetzt.

Nach Kriegsende wurde eine Materialseilbahn mit einer Talstation im Dorf und zwei Stationen ,,Auf der Hülben” errichtet. Durch den Bau des Güterweges im Jahre 1962 konnten zu transportierende Güter nun auf dem Landwege auf die Felder gebracht, und die zur damaligen Zeit schon etwas reparaturbedürftige Seilbahn aufgelassen werden.

Im Jahre 1935 brannten der Stadel vom Haus Nr. 7, 1965, 1967 und 1969 das Haus Nr. 5 und im Jahre 1968 ,,In den Stranzen” der Traktor samt Ladewagen beim Stroh laden vom gleichen Haus ab.

Bis 1968 gehörte Mörenz einer Kleingemeinde an, zu der noch Seiterndorf und Eitental gehörten. Der Mörenzer Josef Diendorfer (Haus Nr. 3), geb. 1885, war Bürgermeister dieser Gemeinde von 1945 bis 1950. Darauf folgte Josef Diendorfer jun. (geb. 1921), der von 1950 bis 1955 das Bürgermeisteramt innehatte. Weiters war von 1965 bis 1968 der Mörenzer Johann Toifl (geb. 1934) Bürgermeister von Seiterndorf. Danach kam es zur Gemeindezusammenlegung und es entstand die heutige Marktgemeinde Weiten. Erster Bürgermeister dieser Großgemeinde war der Mörenzer Johann Toifl (Haus Nr. 2). Er diente der Marktgemeinde Weiten von 1968 bis 1975.

Ein weiterer Sohn von Mörenz, Anton Nachförg (geb. 1919), Haus Nr. 6, wurde nach dem Krieg der erste Sekretär der Bezirksbauernkammer Pöggstall.

In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts veranlassten einige Landwirte des Dorfes eine Grundstückszusammenlegung im Ausmaß von ca. 7 ha Fläche. Im Zuges dessen wurden auch einige Geländekorrekturen vorgenommen, um eine rationellere Bewirtschaftung der Grundstücke zu erreichen.

Danach wurde mit dem Ausbau eines breiten Wegenetzes begonnen: 1974 Bergweg, 1978 Forstweg Reithügel, 1980 Asphaltierung des Kogelfeldweges. Im Jahre 1982 wurde in Mörenz eine Wildbachverbauung durchgeführt. Von 1993 bis 1994 erfolgte der Ausbau der Landesstraße von Mörenz bis zur Kreuzung Seiterndorf; gleichzeitig die Ortsverkabelung für die Beleuchtung, Telefon und EVN.

Bis zum Jahre 1974 mussten alle Schul- und Kindergartenkinder aus Mörenz zu Fuß über den ,,Kirchensteig” nach Weiten marschieren. Erst dann wurde ein Schulbus, und durch Initiative von Bürgermeister Johann Toifl, auch ein Kindergartenbus eingeführt.

Am Wegrand des sogenannten ,,Kirchensteiges” stand auch ein Bildstöckl. Da später der Güterweg ,,Hülben” an der Hinterseite des Bildstöckls vorbeiführte, wurde dieses von der Dorfgemeinschaft an einem anderen Platz neu errichtet. Pfarrer GR Franz Marchart nahm am 25. Mai 1997 die Weihe vor. Das 120 cm große Kreuz mit dem Corpus Christi wurde vom alten Bildstöckl übernommen und fand nach einer aufwendigen Restaurierung Platz im neuen Bauwerk.

Am 13. Juli 1984, um 17.30 Uhr zerstörte ein schweres Hagelgewitter mit faustgroßen Hagelkörnern beinahe alle Gebäudedächer des Dorfes und einen Großteil der Ernte.

Derzeit zählt Mörenz 30 Einwohner und somit zu einer der kleineren, jedoch politisch wichtigen Ortschaften in der Marktgemeinde Weiten.

Gerald Toifl / Johann Wagner


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