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Eitental
liegt in einem Talkessel an der Mündung des Schwarzabaches in
den Weitenbach zwischen bewaldeten Bergen des Weitener Berglandes auf
einer Seehöhe von 282 m. Das Dorf mit 739 Joch Fläche und
rund 100 Einwohnern gehört zur Gemeinde und Pfarre Weiten.
Der
Name Eitental wurde 1133 Otendale geschrieben und bedeutet Tal einer
Aita oder Agatha. Wer aber diese Agatha gewesen sein mochte, entzieht
sich unserer Kenntnis. Die Herren von Utintal (Eitental) hausten auf
Preysekk (Preisegg). Dieser Herrensitz Preysekk war 1338 bereits mit
dem Schloss Leiben vereinigt. Weitere Namen für Eitental sind:
Eutenthal, Antental, Autental, Aeutental, Anchtental, Gotental,
Ittental, Eytenthal, Euderthall.
Das
Stift Klosterneuburg besaß um 1304 in Autental einen
Wirtschaftshof mit
10
Joch Grund. In diesem Jahre wird eine Kirche Eitental im Urbare bei
Felbring angeführt und dürfte wahrscheinlich vom Stift
Klosterneuburg noch im 12. Jahrhundert erbaut worden sein. Damals war
die romanische Bauweise durch Rundbogen an Fenstern, Türen und
Rundgewölben über den rechteckigen Innenräumen
erkennbar. Die einfachen Landkirchen bestanden aus einem rechteckigen
Langhaus. An der Ostseite schloss sich eine halbrunde, nach außen
vortretende Altarnische mit einem halben Kugelgewölbe nach oben
an (Apsis). In Eitental ist eine solche romanische Anlage in der
Kirche erhalten. Ähnliche Kirchen sind noch in Purk und
Kirchschlag.
Neben
der Rechtssprechung in Weyten hatte auch Eitental eigene Amtstage für
kleinere Streitfälle.
Die
Kirche Laimbach kaufte einen Weingarten in Eitental und die Pfarre
Pöggstall erhielt um 1400 durch Stiftung der Maissauer von der
Weinlese in Eitental (Awttental) jährlich 24 Eimer Wein zur
Messe in St. Anna. Die Maissauer hatten 1430 die Zehente des Bistums
Passau zu Lehen.
Im
15. Jahrhundert wurde die Kirche in Eitental entweiht und wieder neu
konsekriert. Die Filialkirche Eitental ist zu Ehren des hl. Apostel
Petrus erbaut. Es bestand noch vor einem Jahrhundert ein
Frauenkloster, ein Tochterkloster der Dominikanerinnen in Tulln.
Jetzt sind vom Eitentaler Kloster nur noch wenige Spuren vorhanden.
Mitte
August 1459 reiste Kaiser Friedrich III. von Zwettl kommend durch
Eitental.
1475
verliehen zwei Kardinäle den Wohltätern der Kirche in
Yttental einen Ablass (Ablassbulle). Im Visitationsprotokoll aus dem
Jahre 1543 heißt es: ,,Kapell Eytenthal, ein Filial gem Wytten,
wird von den Pfarr. mit Gottesdienst versehen.” 1677 war
Eitental ein eigenes Gut.
Am
20. Juni 1679 verkaufte das Stift Klosterneuburg das Amt Eitental um
3000
fl an Josef Heinrich Scheller von Ungerhausen auf Himberg am Walde,
Oberstwachtmeister des montecuccolischen Kürassier-Regimentes,
seit 1677 Besitzer der Herrschaft Artstetten.
1692
erwirkte Max Ignaz Braun von Papst Innozenz XII. einen sieben Jahre
geltenden Ablassbrief auf einen vollkommenen Ablass für Peter
und Paul und brachte die Kirche in Eitental wieder in einen besseren
äußeren Zustand. Etwa 1 km nördlich von Eitental an
der Straße nach Weiten ist ein Bildstock aus Granit mit Hut und
Wappenschild. Inschrift: Matthias Pessenböckh 1717. In den
Jahren 1756/69 begann der Besitzer der Herrschaft Pöggstall,
Freiherr Karl Anton von Seldern, mit der Holzschwemmung auf dem
Weitenbach. Die Holztrift im Weitenbache wurde 1870 aufgelassen.
Um
1780 wurde die Weitentalstraße gebaut, die in Leiben das Tal
verließ und über die Anhöhe Aichau (Scheib’m) zu
den erhaltenen Römerbrücken im Schwarzatal nach Seiterndorf
und Pöggstall führte. Daher die ,,alte Poststraße”
von Gutenbrunn zur Donau. Erst im Jahre 1839 baute man die
Bezirksstraße durch das Weitental auf dem Talgrund durchgehend
aus. Die Straße von Spitz über Mühldorf und Zeining
nach Am Schuß wurde erst 1855 ausgebaut. 1839 brachte die
Eröffnung der Westbahn eine große Verkehrserleichterung
für das Weitental, aber eine negative Veränderung für
den Verkehr auf der Donau.
Die
Donauuferbahn Krems - Grein wurde 1909 erbaut; der Bahnhof für
Eitental war nun am Talausgang in Weitenegg. Seit 1920 verkehrt das
Postauto auf der Strecke Melk - Pöggstall.
Die
Kirche in Eitental wurde 1827 stark verkleinert. In der
Kirchenverrechnung am Jahresende führt heute noch die Eitentaler
Kapelle den Namen Filialkirche Eitental. Ihre Einkünfte kommen
von den Äckern und dem Wald. Jährlich werden einige
Gottesdienste gehalten, z. B. am Montag in der Bittwoche.
1924
wurde in der Filialkirche eine 43 kg schwere Florianiglocke geweiht
und ihrer Bestimmung übergeben.
Soweit
zur ,,Urgeschichte” des Ortes. Jetzt aber in die letzten
Jahrhunderte.
Eitental
war mit Seiterndorf und Mörenz eine selbständige Gemeinde,
bis die Katastralgemeinden zur Großgemeinde Weiten
zusammengelegt wurden. Durch die günstige Verkehrslage siedelten
sich kleine handwerkliche Betriebe in Eitental an (Straße und
Wasserkraft).
Haus
Nr. 1 Franz Bayerl Um 1900 Hofmühle zur Burg Preisegg (Lumesberger),
Zündholzerzeugung.
Haus
Nr. 2 Hans Winkler 1900 Teigwarenerzeugung, 1912 Walz- mühle,
1924 Sägewerk, 1980 Landes- produktenhandel,
1990 modernes Sägewerk
und Holzhandel.
Haus
Nr. 4 Stollhaus Besitzer Hans Hackl. 1930 kleine Landgreißlerei
(von Cilli Gerstbauer betrieben),
1967 von Hans Hackl erworben, aber
1980 abgerissen.
Haus
Nr. 6 Schopf-Fitschka Hans Habegger. Bis ca. 1950 Gasthaus und Greißlerei,
1974 abgerissen, nebenan Gasthaus
Habegger (heute Mittmasser) errichtet,
1958/59 Tankstelle erbaut, jedoch 1997
geschlossen.
Haus
Nr. 8 Führinger 1936 bis 1939 Milchgeschäft und Landesprodukte,
zuerst ,,Eierfragner” mit Buckelkorb,
dann ein Pferd, später Beiwagenmaschine.
Haus
Nr. 10 Köchl-Sarg 1910 Gasthaus und Postabgabestelle, 1994 Gasthaus
krankheitshalber geschlossen.
Haus
Nr. 11 Franz Hofmann 1930 Schusterwerkstätte. 1934 bis 1935 Wagnerei
Steiner.
Haus
Nr. 12 Josef Wolf Vor 1900 ein Gasthaus?
Haus
Nr. 15 Leopold Wenk Hager-Haus. Um 1920 Wagnerei.
Haus
Nr. 16 Haslinger 1925 Haus für vier Familien, vorher Zementwarenerzeugung.
Haus
Nr. 17 Fa. Gassner 1920 erworben für Wohnungen der Arbeiter,
vormals Haus des Handels, der Marktfahrer
etc.
Haus
Nr. 18 Ringhofer Bis 1960 Gasthaus mit Kegelbahn, in alten Zeiten
beliebte Rast für Fuhrwerker.
Haus
Nr. 19-21 Fa. Gassner Bis 1909 Mühle und Sägewerk, 1909 Gummibandfabrik
von R. Koller gebaut, 1920
Rudolf Gassner & Söhne OHG.Haus
Nr. 24 Loidhold (Schani) 1930 Schusterwerkstätte errichtet, 1975
stillgelegt.
Haus
Nr. 25 Mlinarik 1950 bis 1952 kleine Tischlerei.
Haus
Nr. 30 Herbert Dworschak (Rauhofer) Um 1960 Waldprodukten- händler
und Christbaumkultur.
Haus
Nr. 32 Lagerhaus-Filiale Von 1960 bis 1965.
Eitental
besitzt österreichweit ein Spezifikum, und zwar:
Haus
Nr. 9 Niederer Gemeinde Artstetten-Pöbring. Hammerschmiede
von 1903 bis 1960.
Haus
Nr. 42 Fritz Gerstbauer Gemeinde Leiben.
Haus
Nr. 17 und 17a
Lumesberger Preisegg
zur Gemeinde Emmersdorf
sowie das Gut Steinhof.
Somit
gehört der Ort Eitental gleich zu vier (!) verschiedenen
Gemeinden!
Eitental
wurde oftmals von Bränden heimgesucht: 1842 brannten die Nrn. 3,
4, 5, 6 und 7 nieder. Im Jahre 1869 wieder die Nrn. 3 bis 6 und im
Jahre 1920 die Nrn. 11, 12 und 13. Auch die Mühle Nr. 2 ist in
den Jahren 1893 und 1895 abgebrannt, ebenso die Mühle Nr. 1 im
Jahre 1915.
Im
Jahre 1861 war der Schwarzabach so groß, dass das Hammerwerk
Ochsenbauer (Niederer) nächst dem Bache gänzlich
weggerissen wurde.
Im
Jahre 1868 und 1869 wurde die Bezirksstraße von Leiben bis Am
Schuß erbaut; dadurch mußten die Bauern nicht mehr durch
den Bach fahren, wenn sie von Eitental Holz zur Donau fuhren. Es kam
vor, dass ein Bauer auf der Heimfahrt von Weitenegg mit Ochsen und
Wagen im Wald übernachten musste, da der Weitenbach infolge
eines schweren Gewitters anschwoll.
Im
Jahre 1892 wurde die Straße von Eitental nach Mörenz
gebaut, 1902 die Straße nach Lohsdorf und 1906 jene nach
Aichau.
Am
2. Juli 1895 ging ein starker Wolkenbruch vom Mandlgupf bis zum
Jauerling nieder. Dabei ertranken in Weiten zwei Kinder. Eine Scheune
samt Pferde und Wagen und eine eiserne Brücke wurden
weggerissen. Auch in Eitental stand das Wasser in einigen Häusern
bis zu 1,5 m hoch. Das Haus Nr. 13 (Mistelbauer) stand vollständig
im Wasser. Das Haus Nr. 19, wo heute die Fabrik steht (damals Mühle
und ein Sägewerk), war am schwersten betroffen. Auch die große
eiserne Brücke wurde weggerissen. Längs des Baches lagen
tote Schweine.
Im
Jahre 1908 kaufte der Fabrikant Robert Koller das Haus Nr. 19 mit
Mühle und Sägewerk und erbaute eine Gummibandfabrik.
Zu
Beginn des Ersten Weltkrieges mussten 31 Männer einrücken,
davon sahen sechs nicht mehr ihre Heimat.
Während
des Zweiten Weltkrieges war die Gummibandfabrik geschlossen. Im Jahre
1946 wurde der Betrieb in der Fabrik wieder aufgenommen. Dadurch
erfolgte im Ort ein spürbarer Aufschwung (Neubauten). So wurde
unter anderem eine kleine Materialseilbahn von der eisernen Brücke
zum Turnackergebiet errichtet.
Im
Jahre 1951 erfolgte die Elektrifizierung von Eitental und in den
Jahren 1967 und 1968 wurde eine Ortswasserleitung installiert.
Bis
1970 führte die alte Straße zwischen Gasthaus Sarg und der
Kapelle über die eiserne Brücke (die derzeit renoviert und
damit erhalten wird) der Fabriksmauer entlang. Im Zuge der Sanierung
der Bundesstraße 216 erhielt Eitental ab der Kapelle eine
Umfahrung samt massiver Betonbrücke. 1975 wurde der Mörenzbach
durch den Ort reguliert und Brücken erneuert. Am Freitag, dem
13. Juli 1984, ging über Eitental ein schweres Gewitter mit
Hagelkörnern in der Größe von Hühnereiern
nieder. Dabei entstand innerhalb weniger Minuten ein riesiger Schaden
an Dächern, Bäumen und Feldern.
Adolf Haslinger / Josef Mayer
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